theJourney #8 I <3 myself

Normfrei
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Heute reden wir über die Mechanik des Herzens, seine ausgestrahlten Kommunikationsfähigkeiten, artgerechte Pflege und gute Programmierung der Vorgänge. Oder in anderen Worten: die Wunderwerkmaschine Mensch mal aus der Sichtweise von Herz und Atem.

I love myself

Neues Wort das ich am Wochenende gelernt habe war „toxic positivity“. Sehr spannend, wofür wir als Gesellschaft Worte erfinden. Positivität sollte ja eigentlich nichts Negatives sein – wenn uns da aber jemand gegenübersteht der zu positiv ist (looking at you Youtubers), dann platzt uns gern der Kragen. Das Wort ging aber sofort in mein Gehirn, hat ne lustige Saite angeschlagen und die Birne grübelte los.

Das Gespräch ging um diese ganzen Menschen die so super-duper aufgeladen sind, dass man ihnen kaum mehr glaubt. In unseren letzten Folgen haben wir ja schon viel über die Dopamin-Balance unterhalten und ich glaube das spielt da auch etwas mit. Manche Leute sind tatsächlich so – voll gut drauf. Die essen wahrscheinlich einfach genug Sauerkraut. Andere versuchen das zu imitieren und so happy zu sein, dass das auf „Normalos“ etwas befremdlich wird.

Das Magnetfeld des Herzens

In Studien (Disclaimer: die nicht frei von Werbung sind) wurde das mehrfach bestätigt: unser Herz sendet ein Magnetfeld aus. Das ist ein ca 1 Meter weites Hämorridenkissen/ Donut/ Hoola-Hoop-Reifen-Magnetfeld, wie man es noch aus dem Physikunterricht kennt, das um uns rum messbar ist. Das was bei diesen Studien rausgefunden wurde, ist dass dieses Magnetfeld nach Stimmung und Laune seine Frequenz verändert. Wahnsinnig spannend ist auch, dass darüber anscheinend viel Kommunikation passiert. Wenn jetzt (Beispiel aus dem Artikel) ein paar Näherinnen den ganzen Tag zusammen in einem Räumchen sitzen und in ihre Arbeit vertieft sind, dann verlinken, also „kommen in die gleiche Frequenz“, sich ihre Herzschläge – das passierte auch bei dem Jungen mit seinem Hund.

Das ist jetzt erstmal etwas wo ich einfach begeistert bin. Was ein tolles Bild. Wir tragen unsere tiefste Stimmung mit uns herum – wir senden, lesen und hören nicht nur zu, wir schwingen uns auch ein. Da könnte man also sagen: Menschen sind mehr als über ihre 5 (klassischen) Sinne miteinander verbunden.

Jetzt kann ich auch die These aufstellen – manche Menschen, Leute die sehr empathisch sind zum Beispiel, die sind sehr sensibel für die Stimmung von anderen Leuten. Manchmal kommt ein Mensch in den Raum, den man noch nicht gesehen hat und der ganze Raum fängt an sich zu verändern. Das hat irgendwie jeder schonmal beobachtet. Später findet man dann alle guten Gründe, warum alle (man selbst eingeschlossen) so sehr auf den Mensch reagiert haben. „Die hatte ne gewisse Laune, Ausstrahlung, Gesundheit, Zielstrebigkeit, etc.“. Ich glaub das zählt einfach alles ein. Wer mit sich selbst im Klaren ist – und da gibts einige gute Regeln (wir Norm-Frei Menschen wissen das ja eigentlich schon alles: regelmäßiger guter Schlafen, gesund Essen, fermentiertes Essen, min. 2x die Woche ordentlich Sport, gute Ziele, Erfolge feiern, Sachen produzieren und mit der Welt teilen, seinen Sorgen und Kummer Raum geben, Konsistenz leben, Selbstgespräche führen und irgendeine Form von Meditation) – wer da also im Klaren mit sich ist, bei dem sagt das Herz dann gern: wir sind so toll, das muss jeder wissen. Vielleicht ist es auch ein: ich brauch noch mehr Menschen um noch mehr geiles Zeug zu machen, Magnetfeld-Modus: Anziehung. Vielleicht ist es auch ein MIR GEHTS WIRKLICH (UNGELOGEN) GANZSCHÖN GUT – und dann tut es was es am besten kann: das ausleben.

Toxic

Jetzt kann man voll nach dieser Energie suchen. Ich will total ausstrahlen wie toll ich bin. Ich glaub das klappt nicht. Das ist wie mit dem Lebensglück – ein schlauer Spruch den ich irgendwann mal gelesen hab – wer danach sucht, der wirds nicht finden. Wenn man krampfhaft nach dem Glück sucht, dann wird man auch verkrampft.

Wenn man jetzt zu sehr auf dieses super positive superduper Gefühl draufspringt, dann – so hab ich das zumindest bisher erlebt – dann übermalt man gern das was noch drunter liegt. Das ist ne Abkürzung, die langfristig nicht funktioniert. Das ist wie sich aus ner Depression raus glücklich zu lachen – hat nen Effekt und ich glaub so oder so es ist gut das Gehirn wieder dran zu erinnern wie man lacht, wenn man es lang nicht getan hat – aber das ist dann keine Lösung. Was ich damit sagen will ist, es gibt da Effekte, wo man sich verlaufen kann. Das macht diese toxic positivity ganz spannend – und das da gerade drüber geredet wird. Ich hab da natürlich meinen eigenen Ansatz, der kommt später noch im Detail.

Toxic, und da jetzt meine Übersetzung, fängt da an wo man selbst nicht im Klaren ist. Wenn man das mit Positivität überspielt, dann kommt da was ganz Unbehagliches raus. Bei Youtube kriegt man diese Schwingungen garnicht so mit, oder bei Instagram und Facebook, wo man super glückliche Momentan-Aufnahmen von Leuten sieht die immer im Urlaub zu sein scheinen. Das mit dem ganzen Herzmagnetfeld ist, finde ich, sowieso nochmal eine schöne Herleitung für guck nicht so viel in Social Media rum – weil die Präsentation nicht interpretierbar ist, ohne Magnetfeld. Und – das kennen auch viele Leute, die aus ihrer Heimat weggezogen sind, manche Leute melden sich einfach nicht mehr, aber sobald man die wiedersieht, nach Jahren, ists plötzlich wie früher. Vielleicht sind das einfach gute Magnetmenschen, die Fernbeziehungen einfach nicht können. Na, die Theorie bedarf noch etwas Feinschliff – aber ich glaub Du verstehst worauf ich hinaus will.

Voll gesund – Dein Herz und Du

Wir schön wär das eigentlich, also wirklich!, wenn wir uns mit diesem Magnetfeld unterhalten können? Wenn wir lernen unser eigenes Magnetfeld zu lesen? Vor den Magnetspiegel stellen und schauen was da blitzt und funkt – und natürlich wie man das interpretiert?

Schöner Gedanke der an der Oberfläche kratzt. Im Grunde genommen geht es um die Kommunikation mit dem Herzen selbst. Ich vergess das immer wieder, dass ich das eigentlich kann, und ich glaub das ist gerade der Auslöser für diesen Artikel. Ich hab eine sehr starke Verbindung zu meinem Herzen, aber ich kann die auch sehr stark aus-stellen und für Monate vergessen. Das ich da gut drin bin, liegt an meinem Herzfehler in jungen Jahren – da ist viel passiert das mir diese Aufmerksamkeit „aufgebrummt“ hat – und ein paar Lektionen kann ich davon teilen. Ich hab da später aber auch nochmal drüber gelesen und das misch ich auch mit ein.

Aus dem Buch Die Neue Medizin der Emotionen (https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1000607879 – gutes Buch, lohnt sich!) gibt es ein ganzen Kapitel darüber. Die Einleitung ist auch sehr einleuchtend: wenn ein Kind mal auf dem Schlauch steht, dann kannst Du es einfach fragen: „was sagt denn Dein Herz dazu?“ – und viele Kinder machen dann die Augen zu und hören in sich reinpochen und sagen dann „Ach so! Na klar!“. Der Grundgedanke hier ist, dass wir „meditationsartig“ Antworten und Einschätzungen von unserem Herz kriegen können. An der Stelle sei auch nochmal gesagt, für die die’s nicht wissen – Hirn, Herz und Magen haben ähnliche Zellen (quasi Gehirnzellen?) in sich, betreiben eine innere und äußere Kommunikation und können eigene Prozesse in Gang treten, die man auch wieder als eigene Gedankengänge bezeichnen könnte. Wenn wir also mit unserem Herzgehirn in Verbindung treten können, dann kann man darin auch besser werden. Und wenn das Herz das Magnetfeld ausstrahlt, was andere Leute wahrnehmen und über das wir unseren Zustand „preisgeben“ – dann! ergo! summa sumarum! können wir auch darin besser werden unser Magnetfeld gesünder und ehrlicher strahlen zu lassen. Das ist einfach mega spannend, oder? Find ich auch. Wie geht das denn?

Herz-Atem-Kommunikation

Auch aus dem Buch. Die Übung ist ganz einfach. Tief Atmen. Ganz ganz tief atmen. Erstmal den Kreislauf in Schwung bringen. Dann ganz bewusst den Atem „durch“ die Herzregion lenken. Fokus immer mehr auf Herz. Auf den Rhytmus. Manchmal kann man den sogar hören dabei, muss aber nicht. Bumm – bubumm – budumm – das schlägt einfach ewig und fortan. Und dann mal laut fragen: „Hey.. bist Du da?“ und dann noch ein paar weitere Fragen stellen. Vor Allem jetzt geduldig sein, denn wenn Du das noch nie gemacht hast, dann weißt Du ja noch garnicht wonach Du horchen musst.

Die Sprache des Herzens

Jetzt aus meiner persönlichen Erfahrung – ich kenn das, dass da ganz viel passiert. Das Herz antwortet und das Herz ist ein überragend guter Gesprächspartner. Bei mir – also so kenn ich das – redet das Herz aber nicht in Menschensprache. Ich bin auch ein modellbauer und muss mir dann ne Erklärung basteln – also in kurz: das Herz, das in seiner eigenen Sprache spricht (die wir in der Schule leider nicht lernen) schickt diese als Impulse los. Die schwuppsen dann ins Hirn und das Hirn übersetzt die. Ich kenn da mehrere Stadien – ein leichtes Gefühl, eine körperliche Reaktion, ein starkes NEIN!!! oder JA! – oder sogar, wenn ich da tief drin stecke Bilder, Szenen, Gefühle, Emotionen – Alles vermischt und Übersetzt und Interpretiert vom Hirn.

Korrespondent der eigenen Sprache

Geil ist ja dabei, dass wir darin besser werden können. Kann ich nicht genug sagen. Die Sprache die das Herz Spricht, das sind wir ja eigentlich viel mehr als dieses Menschliche Gequassel. Aber, weil das nicht alle gelernt haben, kann man sich jetzt erstmal als Dolmetscher verstehehen. Vielleicht als frisch angestellter Korrespondent (lateinisch cor-respondere ‚korrespondieren‘, ‚in Verbindung stehen‘) aller Herzensangelegenheiten.

Persönliche Herzensangelegenheiten

Jetzt hab ich ja gesagt ich hab da als Kind viel gelernt. Ich hab da die letzten Tage auch nochmal viel drüber nachgedacht. Ums Kurz zu machen – durch die Herzkrankheit (Herzrhytmus Ausrasterei – auch gern Herzrasen genannt, oder Paroxysmale Reentry-Tachykardie (altgriechisch ταχυκαρδία tachykardía, deutsch ‚Schnellherzigkeit‘), war das meistens kein schöner Kontakt. Aber als Dragon-Ball Comicleser dacht ich mir als Kind gern „da steckt ne Superkraft drin“. Ich muss das ja nur entziffern und dann kann ich das selbst kontrollieren. Hätt ich damals Naruto geguckt, dann wär das mein nine-tailed fox, der da im Untergrund rumjagt. Und da hab ich dann viel versucht und gelernt das Herz zu beeinflussen. Leider aber oft mit wenig Liebe. Und weil das Ding einfach stärker war als alles was ich versucht hab, wurd aus der Superpower ein Dämon, der mir das Spielen verbietet.

Und da die lieblosen Mittel von den Ärzten noch fieser waren: Badewanne mit kaltem Eis, Liter Spruderlwasser trinken (die Beiden Mittelchen – kaltes Eis in den Nacken = Schockreflex, das Rülpsen durch Sprudelwasser = Druckeffekt – wirken sich irgendwie darauf aus den natürlichen Herzschrittmachen einmal „neuzustarten“), irgendwelche Tabletten nehmen die furchtbar schmecken – hat ich verständlicherweise oft wenig Lust mit dem Thema umzugehen. Dazu kommt, dass der ganze Mechanismus sich drauf eingestellt hat. Nach ca einem halben Jahr haben die Mittel nicht mehr gewirkt. Ätsch.

Um die Geschichte abzuschliessen: Am Ende wars recht unromantisch – Operation und weg wars. Die „falschen“ Spuren wurden mit krasser Technik weggebruzelt und es ist nie wieder ausgebrochen. Zurück blieb ein Gefühl und eine Gewöhnung. Krass was da möglich ist.

Das Schöne aber ist, dass ich oft mit dem Herzen reden konnte, ohne zu wissen was das überhaupt bedeutet. Und das bleibt und blieb und kann ausgebaut werden. Und jeder kanns. Und je mehr man hinhört, merkt man auch als Mann (oder vorallem?), desto mehr merkt man wie emotional und verletzlich mann ist – und wie gut es tut sich darüber auszutauschen.

Fazit

Ich brauch das wieder und fang grad wieder damit an (das Magnetfeldwissen ist neu), und so entstehen bei mir gern die Artikel. Sind so Phasen, aber ich lad gern alle ein und ich red gern über das Thema. Unser Herz ist ein fett guter Gesprächspartner – wir vergessen nur manchmal die Sprache die wir mit ihm sprechen. Innehalten, reinhorchen – und ein Gespräch starten.

<3

Übung Lebenslinie

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